
toabi
verchromtes Surfbrett
Im September 2008 hat Google einen neuen Browser auf die Menscheit losgelassen der zu Beginn nicht nur durch diesen hübsch gemachten Comic Aufmerksamkeit erregte. Die interessanten Neuheiten waren vor allem das Prinzip "ein Prozess pro Tab" und eine neue für Chrome entwickelte JavaScript Engine namens V8. Seit kurzen ist die open-source Version dieses Browsers mein Surfbrett der Wahl. Warum?
Google will mit Chrome das Web weiter voranbringen. Geschwindigkeit und Funktionalität aktueller Browser seien nicht ausreichend (selbst Firefox 3.6 hat noch immer keine 100% im acid3 Test…). In diesem Video erläutern ein paar Google-Entwickler ihre Beweggründe und die Philosophie von Chrome noch genauer.
Sobald Google etwas tut stellt sich die ganze Welt die Frage "Is Google evil?". Chrome war kurz nach seinem Erscheinen öfters negativ in der Presse da er einige Daten über den Nutzer ungefragt an Google übermittelte. Es entstanden auch einige andere Projekte die Chrome modifizieren um diese Probleme zu beseitigen und die Privatsphäre zu schützen. Das ist möglich, da Google den kompletten Sourcecode für den Browser veröffentlich hat. Die "offene" Variante wird Chromium genannt. In Chromium sind keine Client-IDs, Updater und automatische Fehlerberichterstattungen enthalten. Falls man einen so weit wie möglich originalen Chrome nur mit weniger Google-Geschmack will ist dieser die erste Wahl.
Das selbst bauen geht (jedenfalls unter OS X, anderes habe ich noch nie probiert) relativ einfach. Der H.264 Codec (den z.B. Youtube für seine HTML5 Videos benutzt) ist allerdings standardmäßig auskommentiert kann aber auch recht schnell wieder aktiviert werden. Ein vollständiger Build von Chrome alleine dauert bei mir ungefähr 1.5 - 2h… und der Quellcode beläuft sich zur Zeit auf ca 3.25 GB.
Wenn man allerdings die Geduld aufbringt seinen Rechenknecht eine Weile arbeiten zu lassen bekommt man einen schnellen "blutige Kante"-Browser der dennoch ziemlich stabil ist und die neusten Webtechnologien unterstützt. Hier noch eine kurze Auflistung der Punkte weswegen Chromium seit kurzem mein Standard-Browser ist:
- Er hat native Unterstützung für Extensions (im Gegensatz zu Safari+evil Hacks)
- Extensions können ohne Neustart des Browsers installiert/(de)aktiviert/deinstalliert werden
- Das Flash-Plugin und jeder Tab ist ein eigener Prozess den man einzeln abschießen kann
- Er gibt auch nach längerer Laufzeit beim Tab schließen den Speicher wieder frei
- Er unterstützt sowohl Ogg/Theora als auch H.264 als Codecs für HTML5 <video> und <audio>
- Er hat eine sehr aufgeräumte Benutzeroberfläche


Kommentar hinzufügen